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Strafkammer und Anklagekammer

07.01.2019 Art. 134 Abs. 2 StPO (SR 312.0). Zur Frage, wann eine wirksame Verteidigung nicht mehr gewährleistet ist (Kantonsgericht, Beschluss der Strafkammer, 7. Januar 2019, ST.2018.85 / AMV.2018.12).

01.04.2019Art. 122, Art. 125 Abs. 1 und 2, Art. 126 Abs. 1 StGB (SR 311.0); Art. 10 Abs. 2 StPO (SR 312.0). Wurf eines Trinkgefässes auf Kopfhöhe. Beinahe vollständiger Verlust der Funktionen eines Auges als objektiv schwere Körperverletzung (E. III.2). Massgeblichkeit des Materials des geworfenen Trinkgefässes für die Frage, ob in subjektiver Hinsicht die schwere Körperverletzung (eventual-)vorsätzlich oder fahrlässig herbeigeführt wurde (E. III.3.c). Der Wurf eines Kunststoffbechers erfüllt nicht den Tatbestand der vorsätzlichen, sondern der fahrlässigen Körperverletzung (E. III.3.d und e). Tritt ein schwererer Erfolg ein als von Täter gewollt, besteht Idealkonkurrenz zwischen der fahrlässigen Körperverletzung und dem Vorsatzdelikt, vorliegend der Tätlichkeiten (E. III.3.f) (Kantonsgericht, Strafkammer, 1. April 2019, ST.2018.5).

29.05./03.06.2019Art. 125 StGB (SR 311.0). Fahrlässige Körperverletzung im Rahmen eines Fussballspiels (Breitensport). Sorgfaltspflichten. Der beschuldigte Torwart, dem kein absichtliches Handeln unterstellt wird, befand sich mit dem angreifenden Stürmer (Privatkläger) in unmittelbarer Tornähe im Kampf um den Ball. Zugunsten des Beschuldigten ist davon auszugehen, dass er den Ball noch gespielt hat; jedenfalls aber bestand die reelle Chance, diesen noch spielen zu können. Sowohl der Beschuldigte wie auch der Privatkläger mussten sich innert Sekundenbruchteilen über ihr jeweiliges Einsteigen entscheiden und konnten danach vom jeweiligen Vorhaben nicht mehr abweichen bzw. den Zusammenprall nicht mehr verhindern. Eine Sorgfaltspflichtsverletzung kann dem Beschuldigten unter genannten Umständen nicht angelastet werden. Nachdem im Weiteren der Zusammenprall und die Ursache der erlittenen Verletzung des Privatklägers nicht eindeutig rekonstruierbar bzw. erwiesen ist, kann umso weniger eine Verurteilung erfolgen. (Kantonsgericht, Strafkammer, 29. Mai / 3. Juni 2019, ST.2017.175-SK3 und ST.2017.176-SK3).

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